Bewährtes Konzept zum Saisonabschluss

Der RFV 1929 Gonsenheim eV hatte in diesem Jahr  vom 30.09.-01.10.2017 wieder zu seinem Fahrturnier auf dem Gelände des Vereins an der Gonsbach eingeladen. Mit kombinierten Wertungsprüfungen der Klasse A für Ein-und Zweispänner Pferde und Ponys, sowie einer Dressurprüfung der Klasse M für Einspänner Pferde und Ponys am Sonntagvormittag war man dem seit einigen Jahren bewährten Konzept treu geblieben und die Fahrer aus Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg dankten es mit einem entsprechend erfreulichen Nennergebnis. Eine besondere Herausforderung stellte dieses Turnier für die rheinhessischen Fahrer dar, ging es doch darum, ganz oben auf dem Siegertreppchen zu stehen.

 Was macht nach über zehn Jahren den ungebrochenen Reiz dieser Veranstaltung mit seiner kleinen weißen Zeltstadt, mit der abwechslungsreichen Verpflegung mitten in den Obstfeldern in der Gemarkung von Mainz aus? Eben all diese genannten Komponenten, hinzu kamen eine gute Organisation, die kurze Anbindung  zur Autobahn, der  stressfreie Ablauf der einzelnen Prüfungen, das dichte Zusammenleben und faire Miteinander im Fahrerlager und wenn dann noch ein oder zwei Schleifen winkten, stand einem perfekten Saisonabschluss nichts mehr im Wege.

Dressur und Hindernisfahren im Wechsel

Wie schon seit einigen Jahren vom Verein präsentiert und von den Anwesenden gerne angenommen, dass Dressur-und Hindernisplatz gleichzeitig zentral aufgebaut waren, sodass die Fahrer nach Verlassen des Dressurvierecks direkt nebenan den bereitstehenden  Hindernisparcours   durchfahren konnten. War diese Lösung  in den beiden letzten Jahren allgemein und sehr  zur Freude der Zuschauer richtig gut angekommen, so  konnte man sich mit der diesjährigen Lösung des in einiger Entfernung aufgebauten Hindernisparcours nicht wirklich anfreunden.

Große Starterfelder erforderten absolute Leistungsbereitschaft und das korrekte Vorstellen der Gespanne, um hier in die Platzierungsränge zu gelangen. Von den rheinhessischen Teilnehmern setzte dies in der Dressur der Einspänner Ivonne Hellenbrand vom gastgebenden Verein am besten um und siegte bei den Einspänner Ponys. Ihr folgte Dana Schöneberger auf Rang sieben und mit der gleichen Platzierung beendete Jana Ulrich ihre Dressur bei den Einspänner Pferden. Mit  Rang zwei für Jana Ulrich im Hindernisfahren, Rang drei für Ivonne Hellenbrand und Rang zehn für Dana Schöeneberger  wurden die Würfel nach dieser zweiten Teilprüfung neu gemischt. Ganz eng das Zwischenergebnis bei den Zweispännern: Rang sieben und Rang zwei für Werner Reis, Platz neun und vier für Dana Schöneberger und Platz zehn und drei für Sandra Hoffmann. Hier musste die Geländeprüfung am Sonntag die endgültige Entscheidung bringen. Sehr zur Überraschung der Zuschauer und allen Siegern und Platzierten dieses Tages gesellte sich der Oberbürgermeister der Stadt Mainz, Michael Ebling, zu den Gratulanten der anstehenden Siegerehrungen. Für ihn war dies ein besonderes Bedürfnis, da der Verein auch öffentliche Veranstaltungen, die dem Gemeinwohl dienen, mit einem Engagement unterstützt, das weit über das Vereinsleben hinausgeht.

Dressuren Klasse M und dritte Teilprüfung Gelände

Der Beliebtheitsgrad der angebotenen Dressurprüfung der Kl. M für Einspänner Pferde und Ponys für Teilnehmer dieser Veranstaltung, ist weiter ansteigend.  Hier nahm Ivonne Hellenbrand den Ehrenpreis bei den Ponys entgegen. 

Um 11.00 Uhr war es endlich soweit, die mit Spannung erwartete Geländeprüfung war eröffnet und das zahlreiche anwesende Publikum sparte nicht mit Zurufen und Applaus. Leider endete hier der Meisterschaftstraum für Ivonne Hellenbrand, die durch eine kurze Unaufmerksamkeit einen falschen Weg einschlug und deshalb ihr Konto mit zwanzig Strafpunkten für korrigiertes Verfahren belastet wurde. Im Gegensatz zu ihr setzte sich Dana Schöneberger mit einer fehlerfreien Geländefahrt, die ihr Rang drei anbrachte, an die Spitze der rheinhessischen Einspänner. Einen fünften Platz fuhr  Jana Ulrich ein. Rasant und äußerst schnell ließ Sandra Hoffmann ihren Zweispänner die Hindernisse passieren und ließ Werner Reis und Dana Schöneberger hinter sich.

Feierliche Ehrung der Rheinhessenmeister

Nach den  Siegerehrungen  dieses zweiten Turniertages standen zum Abschluss die von den zahlreichen Zuschauern mit Spannung  erwarteten feierlichen Ehrungen der Rheinhessenmeister statt. Auf den Hauptplatz fuhren für die  Einspänner  Dana Schöneberger mit Lady Luna und Sandra Hoffmann mit Glory und Hexe für die Zweispänner ein, um sich als neue Rheinhessenmeisterinnen feiern zu lassen. Silber ging jeweils an Jana Ulrich und Werner Reis und Bronze an Ivonne Hellenbrand und Dana Schöneberger. Als Gratulanten fungierten vom gastgebenden Verein Ferdinand Werum und Lena Horn, für die Jury Manfred Winternheimer und der Vorsitzende des Regionalverbandes Rheinhessen, Fritz Müller, der persönlich die Schärpen und  Medaillen übergab. Als echter Sportsmann ließ er es sich  nicht nehmen, die Rheinhessenmeisterinnen auf ihrer Ehrenrunde zu begleiten, wobei er die Abschlussrunde der Zweispänner im Galopp ganz besonders genoss.

Renate Winternheimer

 

Kommentar des Vizepräsidenten des Pferdesportverbandes Rheinland-Pfalz und Vorsitzenden des Regionalverbandes Rheinhessen, Fritz Müller:

Schon gleich bei meiner Ankunft am Sonntag war ich beeindruckt von dem schönen Fahrplatz, der gepflegten Anlage und der zentral gelegenen Gastronomie mit einem top abwechslungsreichen Angebot. Man hat sich als Zuschauer direkt wohlgefühlt.

Dieses Turnier ist auf jeden Fall eine Bereicherung und Werbung für den Fahrsport im Veranstaltungskalender von Rheinhessen und darüber hinaus, denn leider steht uns in Rheinhessen nach dem Wegfall von Worms-Abenheim lediglich noch Worms-Pfeddersheim zur Ausrichtung eines Fahrturniers zur Verfügung. Mit Theo Bopp, dem Motor der Fahrveranstaltung in Gonsenheim, stellt Rheinhessen den Fahrsportbeauftragten mit Sitz im Vorstand des PSV. Er bringt die nötige Fachkompetenz mit ein und übt seinen Job mit großem Engagement aus. Außerdem unterstützt der PSV Rheinhessen  finanziell Lehrgänge, Trainingsmaßnahmen und die Rheinhessenmeisterschaften.

Wie ich an diesem Sonntag sehen konnte, waren viele junge Fahrer/innen am Start. Auffallend für mich war auch der große Anteil der Damen, wie im Reitsport mittlerweile auch. Das Gewinnen von Nachwuchs, insbesondere im Fahrsport, wird immer von Standorten und engagierten Leuten abhängen, nicht zuletzt auch wegen des benötigten erheblichen Equipments.

Zum Schluss noch großes Lob und Dank an alle, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben.

Renate Winternheimer